Verein der Freunde und Förderer der
Nikolauskapelle
Königswinter – Heisterbacherrott
e.V.

Die Kapelle

erbaut

Mitte des 12. Jahrhunderts

Standort

Heisterbacherrott, Dollendorfer Straße am Ortsausgang nach Dollendorf

Besitzer

Kath. Kirchengemeinde St. Joseph und St. Judas Thaddäus Thomasberg - Heisterbacherrott

Betreuung

Kath. Kirchengemeinde St. Joseph und St. Judas Thaddäus Thomasberg - Heisterbacherrott

Verein der Freunde und Förderer
der Nikolauskapelle e.V

Auskunft erteilt

Pfarrbüro Thomasberg
02244-2478
Pfarrbüro Heisterbacherrott
02244-80307
Winfried Görres
02244-80358

Nutzung

im christlichen Sinne
beider Konfessionen kath. / evangl.

Die Nikolauskapelle stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, der Gründerzeit des Klosters Schwarzrheindorf. Ursprünglich war sie dem hl. Markus geweiht. Nach den Beschädigungen durch den 30 jährigen Krieg wurde sie 1676 wieder hergerichtet und dem damaligen Barockstil angepasst, was eine Veränderung des Gebäudes mit sich zog. So wurde in diesem Zusammenhang der Dachstuhl angehoben, eine Empore eingebaut und damit das Gewölbe entfernt, das Fenster nach Osten zugemauert und zwei neue Fenster im Altarraum gebrochen. Auch erfolgte jetzt die Umpatronierung. Bis zur Säkularisation waren Kapelle und Fronhof ( heute Haus Schlesien) immer im Eigentum des Klosters, nie im Eigentum von Kloster Heisterbach. Hiernach gingen beide in Staatseigentum über.

Nach dem Verkauf des Fronhofes 1820 blieb auf Antrag des Bürgermeisters von Oberkassel die Kapelle in Staatseigentum, wurde aber der Zivilgemeinde für gottesdienstliche Zwecke zur Verfügung gestellt.

Für Hochzeiten, Taufen und Sterbefälle musste aber die Kirche in Niederdollendorf aufgesucht werden.

001-aussen-SuedDurch den Bevölkerungszuwachs, teilweise ausgelöst durch die hier in der Gegend aufkommende Steinbruchindustrie lagen die Besucherzahlen bei Gottesdiensten in der Nikolauskapelle, wie aus Aufzeichnungen hervor geht  teilweise bei 400 -500 Personen.

Mit Einführung eines eigenen Rektors 1866 kamen Bestrebungen in Gang, eine neue Kirche zu bauen. Die Kapelle war aber mittlerweile in einem derartig schlechten Zustand, dass zu diesem Zeitpunkt die Empore erneuert werden musste. Auch war zuvor die Glocke aus dem Turm gefallen.

Mit Fertigstellung der neuen Kirche 1892 wurde die Kapelle fast zwanzig Jahre  nicht mehr genutzt. Erst am 29. April 1899 wurde der Antrag gestellt, Grund und Boden sowie Gebäude als Eigentum der Kirche ins Grundbuch eintragen zu lassen. Am 28. Juli 1904 kam die Bestätigung der Umschreibung. Nicht berücksichtigt wurde hierbei ein Wegerecht zur Kapelle zu sichern, wodurch es immer wieder zu Unstimmigkeiten mit den jeweiligen Pächtern oder Eigentümern des Fronhofes kam.
Erst kurz vor der Gebietsreform 1969 konnte von der damaligen Gemeinde Heisterbacherrott noch eingeleitet werden, dass die Fläche um die Kapelle zum Anlegen des heutigen Bürgerparks angekauft wurde. Hierdurch wurde die Kapelle zugänglich.
1913 wurde sie dann nochmals instand gesetzt.

003-Innenraum-gegen-WestenObwohl jetzt im Eigentum der Kirche begann der neue Eigentümer des Fronhofes – ein Herr Lepper- die Kapelle als Familiengruft umzubauen, die aber nie fertig gestellt wurde. Die so entkernte Kapelle, teilweise waren die Fundamente freigelegt, das Mauerwerk mit Balken abgestützt, diente jahrlang dem Fronhof als Materiallager. Die herausgerissenen Fußbodenplatten waren bei der Umgestaltung des Fronhofes im Kuhstall verlegt worden.

Erst 1933, durch den persönlichen Einsatz des damaligen Rektor Helten ist die Kapelle von Grund auf renoviert worden, wobei auch der heutige Altartisch erstellt wurde.

004-Altar-mit-Nikolausbild-1951 wurden Gedanken laut, sie als Leichenhalle umzubauen, was von dem damaligen Kirchenvorstand vereitelt wurde.
Erst zweiundzwanzig Jahre später erfolgten wieder Restaurierungsarbeiten. In dieser dreijährigen Bauphase von 1973 bis 76 wurde mit einem Kostenaufwand von143.000 DM das gesamte Gebäude von der Fundamentsicherung der Südwestecke, Ausbesserung des Mauerwerks, neuer Fußboden bis hin zu einem neuen Dachstuhl mit Dach saniert. 1955 erfolgte eine notdürftige Sanierung. Die hierbei erneuerten einfachen Glasfenster sind dann bei der umfangreichen Sanierung 73/76 durch die heutigen Bundglasfenster, Entwurf  Paul Weickmann Leverkusen, ersetzt worden. Die Motive sind der hiesigen Landschaft angepasst. Der Leitgedanke hiefür: „Die ganze Natur lobe den Herrn“ zum Ausdruck gebracht durch die Darstellung von Garten und Feldfrüchten, Strauchblüten, Weinranken, sowie verschiedene Vogelmotive. Auch wurde die Idee von Stephan Zylka ( Heimatverein Heisterbacherrott ) verwirklicht, für das nördliche Fenster im Altarraum den Monolith, der einzelne Felsen auf dem Stenzelberg, zu wählen.

Weil sich immer wieder Feuchtigkeitsschäden in den unteren Wandbereichen zeigten, (die  Außenwände bestehen aus Stenzelberger Latit) erfolgte 1986 eine Außenfundamentisolierung  aber nur bis zu einer Tiefe von 60 cm so wie eine für die damalige Zeit ordnungsgemäße  Drainage und 1987 eine zusätzliche Zwangsbelüftung. Bei den letzten Arbeiten sind die vorher verputzten Eckquader wieder freigelegt worden.

Bedingt durch wieder auftretende Feuchtigkeitsmerkmale im unteren Wandbereich erfolgte  2006-07 im ersten Bauabschnitt die Erneuerung des Innenputzes bis zu einer Höhe von ca. 3 m. und 2008 im zweiten Bauabschnitt eine Fundamentsanierung verbunden mit einer neuen Drainage. Gesamtkosten 132.000,- €  Diese Kosten sind vom Erzbistum Köln, Deutscher Denkmalverein, Förderverein Nikolauskapelle und der Pfarrgemeinde getragen worden. 2009 erfolgten die restlichen Arbeiten wie Innen- und Außenanstrich. Im Sommer 2010 kaufte der Verein der Freunde und Förderer der Nikolauskapelle bei der Eifeler Glockengießerei Mark in Brockscheid eine Glocke, die im September des gleichen Jahres geweiht und anschließend im Turm der Kapelle aufgehängt wurde.

002-NikolausbildDas Bild über dem Altar stellt den hl. Nikolaus von Myra dar. In der linken Hand hält er eine goldene Kugel. Diese Darstellung mit den drei legendarischen auferweckten Schülern ist die typische Nikolausdarstellung. Das Bild entspricht genau dem Stahlstich von einer Künstlergruppe des 19. Jahrhunderts an der Düsseldorfer Kunstakademie, dem Verein zur Verbreitung religiöser Bilder, dem auch der Maler Franz Ittenbach aus Königswinter angehörte.

Das alte Wegkreuz auf der Westseite der Kapelle ist erst 1974 aus Sicherheitsgründen nach hier umgesetzt worden. Es stand ursprünglich an der Einfriedungsmauer des Fronhofes auf der Petrusstraße und wurde von dem Pächter des Fronhofes Wilhelm Contzen und seiner Frau Elsgen 1663 errichtet.


Text und Bilder stellte Winfried Görres zur Verfügung.   
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